Donnerstag, 11. september 2008 4 11 /09 /2008 16:06
Will

Wann ist man als Mensch schon einmal von Gefühlen überwältigt? Bei einer Geburt, der Hochzeit, dem ersten Mal (wobei die heutige Jugend dies zumeist im Delirium erlebt), Scheidung, Geburt eines Kindes, Tod oder Verletzung. Ich kann heute einmal von Gefühlen berichten, die sich nicht einmal einordnen lassen. Es ist eine unbändige Freude die in meinem Körper herumtollt aber nicht raus kann, weil ein taubes Gefühl der Angst es umgibt. Man hat so lange auf einen Tag hingearbeitet und auch ein bisschen gewartet und dann ist er einfach da. Plopp, sagt der Tag und das Ereignis stülpt einen in einen Kokon aus Taubheit. Man möchte sich winden und seine Gefühle herausposaunen, doch der Körper stäubt sich vehement. Ich hatte die letzten 4 Tage dauerhaft Magenschmerzen, die sind jetzt weg. Na ja, nicht ganz weg,eher verlagert. Jetzt habe ich einen Kloß im Hals und eine Kette ums Herz. Vermutlich würde ich den geliebten Menschen beim Aufschließen erschlagen. Dieser würde dann ein Messer holen und meinen Korpus durchbohren. Darauf lege ich keinen Wert.
Ein bisschen amüsant ist, dass all die Schmerzen, die man auf sich nimmt um etwas zu erreichen erbaulich sind, wenn man es geschafft hat. Solange man im Ungewissen ist, ob das Jeweilige klappt, bleibt eine schleichende kalte Angst. Bekämpfen Sie einfach einmal ein Gespenst, eine Phantasie, die für Sie mit der Zeit realer geworden ist als das Morgenmüsli und nur von Ihnen wahrgenommen wird. Wie wirkt man da wohl nach außen? Contenance! Zurückhaltung, Entspannung, Gleichgewicht. Alles wird sich finden, auch wenn man Opfer bringen muss. Fast schon zu einfach. Damit meine ich aber nicht Diät oder das Fernsehen nach 1 Uhr Nachts, damit meine ich Ziele, die etwas zählen, die wahre Überwindung kosten. Man bekommt vermutlich nie genau das, was man sich durch das Leiden am meisten wünscht. Aber das Neue und Unbekannte ist meist viel toller. Sie denken vermutlich ich habe heute ein Gläschen Wein zu viel getrunken und versuche mich als Hobbyphilosoph. Irrtum, ich schildere lediglich dass was ich in diesem Augenblick empfinde und lebe. Danke für die Aufmerksamkeit.
von Will Martin
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