Donnerstag, 30. oktober 2008 4 30 /10 /2008 00:13
Will
"The struggle of life" ... Wenn das Leben einen mal nicht überrascht dann ist man tot. In letzter Zeit überrascht mich das Leben ziemlich häufig. Martin scheint spurlos verschwunden und glücklich zu sein sodass er es nicht mehr für nötig hält mal anzurufen, was mich als notorischen Kontrollfreak unbändig aufregt. Zudem grassiert in meinem Umfeld gerade die "Ich finde einen Partner"-Seuche. Warum habe ich die vorherige Epidemie "Wie verliere ich schmerzhaft einen Partner" durchgemacht? Die neuen Viren scheinen bei mir auch nicht so richtig zu wirken. An mir heftet der single-abschreckende Muff einer langen enthaltsamen Zeit. Vermutlich werde ich als nicht potent genug aufgenommen. Da sagen einem weibliche Bekanntschaften schon nach wenigen Stunden, dass sie derzeit auf Abstand zu Männern sind. In welchem Land lebe ich, dass sich alle jetzt mit Alibis oder Partner zur Winterdepression eindecken? Ich würde auch gerne ins Kaufhaus gehen und mir einen bequemen Fünferpack Frauen in meiner Größe, Farbe und Intelligenzniveau kaufen. Man sollte diese Marktlücke schließen. Wenn man von Selbstzweifeln zerfressen ist und nun das Wagnis neue Wege zu begehen aufnimmt und dort nach kurzer Zeit auch schon wieder auf dem Glatteis steht, führt dies alles bei mir unweigerlich zu Männeruntypischen Fressattacken und Chouchrehabilitationssitzungen mit Ego 1 und Ego 2. Bisher ohne Ergebnis. Da hilft es mir auch nicht dass Daniel Craig nun im Kino draufhaut. Sicher ist es ein schöner Film aber im Endeffekt zeigt er mir wie ich es gerne machen würde, die Gesellschaft es aber verbietet. Nein ich bin kein verkappter Mörder und nein ich habe auch keine Gedanken in diese Richtung. Aber es ist doch wirklich so, dass Filme einzig eine Projektion unserer Phantasie also unserer Träume und Wünsche sind. Ob das nun Sexfilme oder diese ewigen Hollywood-Happy end- Streifen sind, ist doch egal. Es ist der Ausbruch aus dem Rahmen. Jeder würde das gerne tun. Ich zelebriere das derzeit indem ich aus meinem visuellen Rahmen ausbreche. Kurz: ich werde dick. Es ist schon so schlimm, dass wenn ich mich bei Freunden über die neuen Pfunde beschwere sie entweder schweigen oder sagen es sieht nicht schlimm aus. Wann fängt das an dass sie mir Fitnessclubgutscheine schenken? Wenn ich 150 Kilo auf die Waage bringe? Vorher filetier ich mich selbst.
Laut einer "neuen" Studie soll Sex im Leben mehr soziale Barrieren brechen und zum harmonischen Zusammenleben beitragen als die Kommunikation einer ganzen Woche in einer Beziehung. Damit möchte ich jetzt keine machohaften Sprüche ausgraben. Einzig zum Nachdenken anregen ist mein Ziel. Das heißt man braucht keine Beziehung um sozial kompetent zu sein. Aber man benötigt Sex um soziale Kompetenzen nicht zu verlieren. Da stellt sich die Frage ab wann verliert man welche Kompetenzen und wie lange dauert es um für eine Beziehung inkompatibel zu sein? Ich werde das an mir selbst prüfen. Mal sehen was die Zukunft bringt. Sie beginnt ja gerade, da muss ich mich beeilen ;-)
von Will Martin
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