Montag, 3. november 2008 1 03 /11 /2008 18:56
Will
Die Welt ist mittlerweile nicht nur paradox, sie ist völlig bekloppt. Entschuldigen Sie meine Ausdrucksart aber ich finde es ja schon verwerflich wie ein christliches Fest welches Nächstenliebe und Zusammenhalt vermitteln soll in den Sockenkampf im Kaufhaus an der Ecke verfällt. Weihnachten ist in keiner Weise mehr das Fest der Liebe, es ist das Fest des Geldes. Kein anderer Feiertag wird so pervers vermarktet wie der 24. Dezember. Natürlich kommen einem in diesem Zusammenhang auch Ostern, Pfingsten und die sowieso kommerziellen Feste wie Valentinstag, Mutter-, Herren- und Kindertag in den Sinn. Aber bereits 1931 wurde ein Mann mit rot-weißem Gewand und weißem Rauschebart erfunden um den Kommerz einer Limonade zu erhöhen. So alt ist also der vorsätzliche Missbrauch eines mehr als 2000 Jahre alten Festes.
Es wäre ja alles nicht ganz so schlimm wenn die Menschen sich zumindest auf die grundlegenden Sachen besinnen würden. Im Geschenkekrieg geht es aber um mehr als nur den anderen zu beschenken. Mann muss den Kindern etwas schenken, weil sie sonst sauer sind und nicht mit ihren Freunden konkurrieren können. Da sollte es schon die Spielekonsole für 350 Euro sein. Wenn der Ehegatte am Weihnachtsabend nicht das Schmuckkästchen unter den Baum geschoben hat, so gibt es Liebesentzug. Wo leben wir nur? Zum Glück ist dies nicht in allen Familien und Beziehungen der Fall, aber leider in vielen. Der Grundgedanke eines schönen Abends mit gutem Essen und der ganzen Familie, ein paar Weihnachtsliedern und der Gang in die Mitternachtsmesse ist völlig verflogen. Er ist eine exotische Anwandlung Weniger geworden, ein Randphänomen.
Geschenke kommen nicht mehr von Herzen, Geschenke beglücken nur noch wenn sie einen hohen Kaufpreis haben und mit den Geschenken anderer Menschen konkurrieren können. Ich möchte die Frau treffen, die sich über eine einzige Rose und einen gemeinsamen Abend mit mir an Weihnachten freut. Gibt es das heute noch. Vermutlich liegt meine äußerst negative Wahrnehmung am Stadtleben. Hier hechten die Menschen schon im November frustriert durch die Straßen und drücken sich mit langen Gesichtern an die auf Hochglanz polierten Scheiben der Läden. Ich werde das Gefühl nicht los, dass Weihnachten die Menschen in der heutigen Zeit mehr enttäuscht und mürrisch macht als glücklich. Das eigentliche Fest ist zu einer Lawine des Kommerz und der oktroyierten guten Laune verkommen und die Menschen fühlen sich verpflichtet zu schenken. Sie fühlen sich verpflichtet mit der Familie zusammen zu sein und sie fühlen sich verpflichtet die ungeschriebenen Regeln der perfiden Konsummaschinerie zu befolgen und sich damit selbst ins Unglück zu stürzen.

Ich schreie Ihnen liebe Leserin / lieber Leser zu: Brechen Sie aus!
von Will Martin
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